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Berliner FriedensglockeFaktendokumentation · 251 Belege · Stand 25.07.2026

Jörg Schneider

MdB (AfD); Zitat aus der Debatte – der Eintrag dokumentiert das Abstimmungsverhalten der AfD-Bundestagsfraktion

Wortlaut der Quelle

Wenn ich die Anträge der Linken und der Grünen lese, dann habe ich den Eindruck, dass da unterschwellig unterstellt wird, dass Sanktionen leichtfertig verhängt werden. Ich glaube, Sie zeigen damit einmal mehr, welche Distanz Sie zur Realität in unserem Land bislang schon aufgebaut haben.

Nicht von Jörg Schneider — Wortlaut der Quelle.

Anlass

Zwei namentliche Abstimmungen über die Beschlussempfehlungen des Ausschusses für Arbeit und Soziales (Drs. 19/2748) zu dem Antrag der Fraktion DIE LINKE 'Sanktionen bei Hartz IV und Leistungseinschränkungen bei der Sozialhilfe abschaffen' (Drs. 19/103) sowie zu dem Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 'Soziale Teilhabe und Selbstbestimmung in der Grundsicherung statt Sanktionen und Ausgrenzung' (Drs. 19/1711); beide Beschlussempfehlungen lauteten auf Ablehnung der Anträge

Zusammenhang und Feststellungen

Erste Abstimmung (Linke-Antrag Drs. 19/103): AfD-Fraktion laut Abstimmungsdatenbank 83 Ja, 0 Nein, 0 Enthaltung, 8 nicht abgegeben – die AfD stimmte also für die Ablehnung des Antrags. Gesamtergebnis: 534 Ja, 126 Nein, 1 Enthaltung, 48 nicht abgegeben; die Beschlussempfehlung wurde angenommen. Zweite Abstimmung (Grünen-Antrag Drs. 19/1711): AfD 80 Ja, 0 Nein, 0 Enthaltung, 11 nicht abgegeben; Gesamtergebnis 522 Ja, 124 Nein, 1 Enthaltung, 62 nicht abgegeben. In beiden Fällen stimmten neben der AfD auch CDU/CSU, SPD und FDP für die Ablehnung, während Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen dagegen stimmten. Für die AfD sprachen Jörg Schneider (PlPr 19/42, S. 4165 f.) und Thomas Ehrhorn (S. 4169). Schneider erklärte, in den Jobcentern werde mit Sanktionen 'sehr verantwortungsvoll' umgegangen, sie seien 'wirklich das letzte Mittel'; zugleich sagte er: 'Wir von der AfD sehen auch in einem Arbeitslosen einen mündigen Bürger, einen Menschen, der Anspruch auf wertschätzende Behandlung hat.'

Position der Betroffenen

Die AfD begründete ihre Zustimmung zur Ablehnung damit, dass Sanktionen in den Jobcentern bereits zurückhaltend und als letztes Mittel eingesetzt würden und die Anträge von Linken und Grünen eine leichtfertige Sanktionspraxis unterstellten; ihr Redner forderte statt Sanktionsabschaffung mehr Beratung und Betreuung.

Art der Aussage

Tatsache

Rechtsstatus

Kein Verfahren

Belegqualität

Beleg hoch

Primärquelle

PlenarprotokollPlenarprotokoll 19/42, TOP 6; Rede Schneider S. 4165 A, Rede Ehrhorn S. 4169 B / Drs. 19/103, 19/1711, 19/2748

Deutscher Bundestag, Stenografischer Bericht, 42. Sitzung, 28. Juni 2018 (Plenarprotokoll 19/42)

Weitere Quellen

Deutscher Bundestag, Namentliche Abstimmung 'Sanktionen bei Hartz IV und Sozialhilfe (Antrag der Fraktion Die Linke)' (Datenbank, id=526)

Deutscher Bundestag, Namentliche Abstimmung 'Sanktionen bei Hartz IV und Sozialhilfe (Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen)' (Datenbank, id=527)

BT-Drs. 19/103 – Antrag der Fraktion DIE LINKE: Sanktionen bei Hartz IV und Leistungseinschränkungen bei der Sozialhilfe abschaffen

Diesen Eintrag zitieren

Berliner Friedensglocke, Eintrag D-109 (Plenarprotokoll 19/42, TOP 6; Rede Schneider S. 4165 A, Rede Ehrhorn S. 4169 B / Drs. 19/103, 19/1711, 19/2748), berliner-friedensglocke.de/eintrag/D-109/