Thomas Dietz
MdB (AfD); Zitat aus der Debatte – der Eintrag dokumentiert das Abstimmungsverhalten der AfD-Bundestagsfraktion
Wortlaut der Quelle
Beim vorliegenden Pflegeunterstützungs- und -entlastungsgesetz haben wir es wieder mit einem typischen Entwurf der Ampelkoalition zu tun: gut gemeint, aber unausgereift und in Teilen an der Praxis vorbei geschrieben.
Nicht von Thomas Dietz — Wortlaut der Quelle.
Anlass
Namentliche Schlussabstimmung über den Gesetzentwurf der Fraktionen SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP 'Entwurf eines Gesetzes zur Unterstützung und Entlastung in der Pflege (Pflegeunterstützungs- und -entlastungsgesetz – PUEG)' (Drs. 20/6544, Beschlussempfehlung Drs. 20/6983); u. a. Anhebung des Pflegeversicherungsbeitrags, Erhöhung des Pflegegeldes und der ambulanten Sachleistungsbeträge, Pflegeunterstützungsgeld
Zusammenhang und Feststellungen
AfD-Fraktion laut Abstimmungsdatenbank des Bundestages: 0 Ja, 65 Nein, 0 Enthaltung, 13 nicht abgegeben (Fraktionsstärke 78). Gesamtergebnis laut Plenarprotokoll 20/107: 654 abgegebene Stimmkarten, 377 Ja, 275 Nein, 2 Enthaltungen – Gesetzentwurf angenommen. Zustimmung von SPD (191), Grünen (106) und FDP (80); Nein von CDU/CSU (173), AfD (65), Die Linke (32) und 5 Fraktionslosen. Begründung der AfD in der Debatte (Thomas Dietz, AfD, PlPr 20/107, S. 12967 f.): das Gesetz führe zu 'einem weiteren Aufwuchs an Bürokratie', belaste die arbeitende Generation, die Rentenversicherungsbeiträge für pflegende Angehörige (jährlich 3,7 Mrd. Euro) müssten aus Steuermitteln statt aus der Pflegeversicherung finanziert werden, und die Leistungserhöhung um 4,5 Prozent sei 'völlig unzureichend'. Die AfD hatte einen eigenen konkurrierenden Antrag: 'Pflegeversicherung – Bürokratie abbauen, Pflegebedürftige und ihre Angehörigen entlasten' (Drs. 20/4669), über dessen Ablehnung derselbe Ausschuss (Beschlussempfehlung Drs. 20/6983) befand.
Position der Betroffenen
Die AfD begründete die Ablehnung mit zusätzlicher Bürokratie, der Finanzierung der Rentenversicherungsbeiträge pflegender Angehöriger aus Beitrags- statt Steuermitteln und einer aus ihrer Sicht zu geringen Leistungserhöhung; sie hatte einen eigenen Antrag (Drs. 20/4669) eingebracht.
Art der Aussage
Tatsache
Rechtsstatus
Kein Verfahren
Belegqualität
Primärquelle
Deutscher Bundestag, Stenografischer Bericht, 107. Sitzung, 26. Mai 2023 (Plenarprotokoll 20/107)
Weitere Quellen
Deutscher Bundestag, Namentliche Abstimmung 'Pflegeunterstützungs- und -entlastungsgesetz – PUEG' (Datenbank, id=852)
BT-Drs. 20/6544 – Gesetzentwurf der Fraktionen SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP (PUEG)
Diesen Eintrag zitieren
Berliner Friedensglocke, Eintrag D-105 (Plenarprotokoll 20/107, TOP 25 a/b; Rede Dietz S. 12967 C, Namentliche Abstimmung S. 12985 D, Ergebnis S. 12991 D / Drs. 20/6544, 20/6983, 20/4669), berliner-friedensglocke.de/eintrag/D-105/